Recht & Praxis§ 13b UStGPflichtangaben

Die § 13b-Rechnung: Pflichtangaben, Hinweistext und die § 14c-Falle

Michael Wilke20. August 2026Lesezeit: ca. 10 Min.

Die Pflichtangaben einer Reverse-Charge-Rechnung weichen an drei Stellen von jeder normalen Rechnung ab: Sie trägt keinen Steuersatz, keinen Steuerbetrag und dafür einen gesetzlich vorgeschriebenen Hinweissatz. Wer die gewohnte Vorlage nimmt und nur „0 %“ einträgt, produziert gleich zwei Fehler. Dieser Artikel zeigt, was nach § 13b und § 14a UStG auf die Rechnung gehört und was auf keinen Fall.

Muster: die § 13b-Rechnung auf einen Blick

So sieht der Kern einer Rechnung über eine Bauleistung zwischen zwei Bauunternehmen aus. Die Angaben in eckigen Klammern ersetzen Sie durch Ihre eigenen.

Rechnung Nr. [2026-117] vom [02.10.2026]
[Name und Anschrift des Leistenden]
Steuernummer: [Steuernummer des Leistenden]

An: [Name und Anschrift des Leistungsempfängers]
USt-IdNr. des Leistungsempfängers: [DE…]

Leistung: [Rohbauarbeiten Objekt Musterstraße 1]
Leistungszeitraum: [01.09.2026 bis 26.09.2026]

Nettobetrag                                  [10.000,00 EUR]

Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers (§ 13b UStG).

Kein Steuersatz, kein Steuerbetrag, kein Bruttobetrag. Die USt-IdNr. des Empfängers ist auf Papier im Inlandsfall keine Pflicht. In der E-Rechnung brauchen Sie sie oder seine Registernummer, siehe Abschnitt 3.

Rechnung · § 13b UStGNetto720,00 €USt. 19 %136,80 €kein Steuersatz, kein SteuerbetragPflichthinweis (§ 14a Abs. 5)„Steuerschuldnerschaft desLeistungsempfängers“E-Rechnung: KategorieAE · 0 % · BT-120

1. Wann Reverse Charge gilt

Reverse Charge nach § 13b UStG verlagert die Steuerschuld auf den Leistungsempfänger: Der Kunde meldet die Umsatzsteuer an, der Leistende stellt netto. Das gilt nur zwischen Unternehmen und nur für bestimmte Fälle. Die praxisrelevantesten, in denen die Rechnung ohne Umsatzsteuer rausgeht:

FallBesonderheit
Bauleistungen zwischen BauunternehmenDer Empfänger muss selbst nachhaltig Bauleistungen erbringen; als Nachweis dient die Bescheinigung USt 1 TG seines Finanzamts.
Gebäudereinigung an ReinigungsunternehmenGleiche Systematik wie bei Bauleistungen, ebenfalls mit USt 1 TG.
Leistungen ausländischer UnternehmerWerklieferungen und sonstige Leistungen eines im Ausland ansässigen Unternehmers an ein deutsches Unternehmen.
B2B-Dienstleistungen in andere EU-StaatenDie eigene Leistung an Unternehmer im EU-Ausland: der Kunde schuldet die Steuer in seinem Land (der Spiegelfall des § 13b, geregelt über Art. 196 MwStSystRL), die Rechnung geht netto raus.
Schrott, Altmetalle, bestimmte MetalleSchrott und Altmetalle stehen in Anlage 3, Metalle wie Kupfer oder Aluminium in Anlage 4. Für die Anlage-4-Metalle gilt dieselbe 5.000-Euro-Grenze wie bei Mobilfunkgeräten.
Mobilfunkgeräte, Tablets, Spielekonsolen, integrierte SchaltkreiseErst ab 5.000 Euro Entgelt je wirtschaftlichem Vorgang.
Grundstückslieferungen mit Umsatzsteuer-OptionWenn der Verkäufer im notariellen Vertrag zur Steuerpflicht optiert.

Eine Ausnahme ist wichtig: Ist der Leistende Kleinunternehmer, geht die Steuerschuld nicht über. Es bleibt dann bei der normalen Kleinunternehmer-Rechnung ohne Umsatzsteuer und ohne Reverse-Charge-Hinweis. Gerade im Bau und Handwerk ist § 13b Alltag; wer dort Subunternehmer beauftragt oder als Subunternehmer arbeitet, kommt an dem Thema nicht vorbei.

2. Die Pflichtangaben der § 13b-Rechnung

Grundlage bleiben die allgemeinen Pflichtangaben aus § 14 Abs. 4 UStG: vollständige Namen und Anschriften beider Parteien, die Steuernummer oder USt-IdNr. des Ausstellers, Rechnungsdatum, fortlaufende Rechnungsnummer, Menge und Art der Leistung, Leistungszeitpunkt und das Entgelt. Bei Reverse Charge kommen drei Abweichungen dazu:

  1. Der Pflichthinweis: „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“ (§ 14a Abs. 5 UStG). Details und zulässige Varianten im nächsten Abschnitt.
  2. Kein Steuersatz, kein Steuerbetrag: § 14a Abs. 5 nimmt die Angabe von Steuersatz und Steuerbetrag ausdrücklich aus. Die Rechnung endet mit dem Nettobetrag.
  3. Bei EU-Leistungen die USt-IdNrn. beider Parteien: Wer eine Dienstleistung an einen Unternehmer in einem anderen EU-Staat abrechnet, muss die eigene USt-IdNr. und die des Kunden angeben (§ 14a Abs. 1 UStG). Dann gilt auch eine harte Frist: Rechnung bis zum 15. des Monats, der auf die Leistungserbringung folgt.
Für die eigene Kennung genügt die Steuernummer. Kleinere Betriebe ohne USt-IdNr. geben ihre Steuernummer vom Finanzamt an (Format wie 12/345/67890, meist in der Fußzeile). In der E-Rechnung wird sie als Steuerregistrierung des Verkäufers übernommen; finisma liest sie beim Umwandeln automatisch aus der Fußzeile mit.

3. Steuernummer oder USt-IdNr.?

Die Frage hat zwei Seiten, und die Antwort hängt davon ab, ob die Rechnung auf Papier oder als E-Rechnung rausgeht.

Rechnung nach UStGE-Rechnung nach EN 16931
Aussteller (Leistender)Steuernummer oder USt-IdNr. (§ 14 Abs. 4 Nr. 2). Bei Dienstleistungen in andere EU-Staaten die USt-IdNr. (§ 14a Abs. 1).USt-IdNr. (BT-31) oder Steuernummer (BT-32) oder die USt-IdNr. eines Fiskalvertreters (BT-63)
Empfänger (Steuerschuldner)Im Inlandsfall keine Pflicht. Bei Dienstleistungen in andere EU-Staaten seine USt-IdNr. (§ 14a Abs. 1).USt-IdNr. (BT-48) oder Registernummer, etwa aus dem Handelsregister (BT-47). Die Steuernummer des Empfängers sieht die Norm hier nicht vor.

Für den Leistenden genügt also auch in der E-Rechnung die Steuernummer. Beim Empfänger nicht: Wer nur dessen Steuernummer hat, braucht für die E-Rechnung seine USt-IdNr. oder seine Registernummer. Die Grundlage ist die Regel BR-AE-02 der EN 16931. finisma verlangt derzeit die USt-IdNr. des Empfängers, die Registernummer als Alternative unterstützt der Konverter noch nicht.

4. Der Hinweistext: Wortlaut und zulässige Varianten

Auf der Reverse-Charge-Rechnung muss der Wortlaut „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“ stehen, so schreibt es § 14a Abs. 5 UStG vor. Zulässig ist auch die Fassung einer anderen EU-Amtssprache:

„Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“

Die englische Fassung „Reverse charge“ ist ebenso zulässig, sie stammt aus derselben Stelle der Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie (Art. 226 Nr. 11a). In der Praxis üblich und unschädlich sind erläuternde Zusätze, etwa:

„Kein Ausweis der Umsatzsteuer wegen § 13b UStG. Steuerschuldner ist der Leistungsempfänger.“

Nicht ausreichend sind dagegen vage Formulierungen wie „umsatzsteuerfrei“ oder „0 % MwSt.“ ohne den Hinweis auf die Steuerschuldnerschaft: Sie benennen den falschen Grund und lösen beim Empfänger die falsche Buchung aus.

5. Was nicht auf die Rechnung gehört: die § 14c-Falle

Der teuerste Fehler ist der versehentliche Steuerausweis. Wer bei einer § 13b-Leistung trotzdem 19 % ausweist, schuldet diese Steuer nach § 14c Abs. 1 UStG, einfach weil sie auf der Rechnung steht.

Zweimal geschuldet, einmal abgezogen: Der Aussteller schuldet die ausgewiesene Steuer nach § 14c. Der Empfänger schuldet die Steuer nach § 13b zusätzlich und darf die falsch ausgewiesene Steuer aus der Rechnung nicht als Vorsteuer abziehen; nur seine eigene § 13b-Steuer zieht er, falls berechtigt, einmal ab. Bis zur Rechnungsberichtigung ist derselbe Umsatz damit zweimal geschuldet.

Der Ausweg ist die Berichtigung: eine korrigierte Rechnung ohne Steuerausweis mit dem Pflichthinweis ausstellen. Ebenfalls falsch, wenn auch weniger teuer: die Leistung als „steuerfrei“ bezeichnen. Reverse Charge ist keine Steuerbefreiung, die Leistung bleibt steuerpflichtig und nur der Schuldner wechselt. Diese Unterscheidung entscheidet später auch über die richtige Steuerkategorie in der E-Rechnung.

6. In der E-Rechnung: Kategorie AE statt Z

In der E-Rechnung nach EN 16931 (XRechnung und ZUGFeRD) wird aus dem Hinweistext ein Datenfeld. Drei Angaben gehören zusammen: die Steuerkategorie AE (Reverse Charge) an jeder Position und in der Steueraufschlüsselung, der Steuersatz 0 % und der Befreiungsgrund mit dem § 13b-Wortlaut.

Der häufigste Fehler in der Praxis: Aus „0 %“ wird die Kategorie Z (Nullsatz). Die Kategorie Z verbietet aber jeden Befreiungsgrund, die Prüfung schlägt dann mit der Geschäftsregel BR-Z-10 fehl. Umgekehrt verlangt die Kategorie AE den Befreiungsgrund sogar. Wer den Unterschied einmal verinnerlicht hat, liest Prüfberichte deutlich entspannter: Z ist der echte Nullsteuersatz (etwa bei Photovoltaik-Anlagen), AE ist Reverse Charge.

Dazu kommt eine Pflicht, die es auf Papier im Inlandsfall nicht gab: Die E-Rechnung verlangt bei Reverse Charge die USt-IdNr. des Empfängers oder seine Registernummer, sonst lehnen Prüfprogramme sie ab. Warum das so ist und wo die Nummer zu finden ist, steht ausführlich im Artikel Reverse Charge in der E-Rechnung.

finisma setzt die Kategorie automatisch: Der Konverter erkennt den § 13b-Hinweis auf der hochgeladenen Rechnung, wählt die Kategorie AE mit Befreiungsgrund und fordert die USt-IdNr. des Empfängers an, falls sie fehlt. Fertige Dateien lassen sich jederzeit kostenlos prüfen.

7. Warum Tools bei Reverse Charge scheitern

„E-Rechnung mit Steuerschuld nach § 13b funktioniert nicht“ heißt fast immer: Das Prüfprogramm lehnt die Datei mit einer BR-AE-Regel ab. Die Regeln stehen im EN-16931-Schematron. Diese Fehler treten am häufigsten auf:

RegelWas sie verlangtTypische Ursache
BR-AE-02Kennung des Verkäufers und USt-IdNr. oder Registernummer des KäufersDie USt-IdNr. des Empfängers fehlt, weil sie auf Papier nicht nötig war.
BR-AE-05Steuersatz der Position 0 %Das Tool übernimmt den Standardsatz 19 % aus dem Artikelstamm.
BR-AE-09Steuerbetrag in der Aufschlüsselung 0Die Vorlage rechnet die Steuer trotzdem aus.
BR-AE-10Befreiungsgrund als Text oder CodeDer Hinweissatz steht nur im PDF, nicht im XML.
BR-Z-10Kategorie Z ohne BefreiungsgrundDas Tool kennt nur „0 %“ und wählt Z statt AE.
BR-AE-01Genau eine Aufschlüsselung mit Kategorie AEDas Tool legt für AE-Positionen mehrere Aufschlüsselungszeilen an.

Die Spalte „Typische Ursache“ ist unsere Einschätzung, keine Statistik. Der gemeinsame Grund: Viele Vorsysteme kennen Reverse Charge nur als „0 %“ und nicht als eigene Kategorie. Welche Felder die E-Rechnung genau braucht, zeigt der technische Schwesterartikel Reverse Charge in ZUGFeRD und XRechnung. Was eine einzelne Fehlermeldung bedeutet, steht in der Übersicht der E-Rechnung-Fehlermeldungen.

8. Was der Empfänger tun muss

Der Empfänger einer Reverse-Charge-Rechnung meldet die Umsatzsteuer auf den Nettobetrag in seiner Umsatzsteuer-Voranmeldung an. Ist er zum Vorsteuerabzug berechtigt, zieht er denselben Betrag in derselben Voranmeldung wieder ab; unter dem Strich fließt dann kein Geld, die Meldung ist trotzdem Pflicht. Wichtig für die Prüfung der Eingangsrechnung: Fehlt der Pflichthinweis oder steht fälschlich Umsatzsteuer darauf, lohnt es sich, sofort eine korrigierte Rechnung anzufordern, bevor die falsche Fassung in die Buchhaltung läuft.

Kleinunternehmer als Empfänger trifft die Regel mit voller Härte: Sie schulden die Steuer aus der empfangenen § 13b-Leistung, dürfen sie aber mangels Vorsteuerabzug nicht gegenrechnen. Eine Reverse-Charge-Leistung wird für sie also um die Umsatzsteuer teurer als der Rechnungsbetrag. Wen die E-Rechnungspflicht ab 2027 ohnehin zum Umstellen zwingt, sollte die § 13b-Fälle gleich mitdenken: In der E-Rechnung werden aus dem Hinweistext harte Pflichtfelder, die Prüfprogramme maschinell kontrollieren.

9. Checkliste für die § 13b-Rechnung

AngabeRichtig ist
Pflichthinweis„Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“, englisch „Reverse charge“ zulässig
Steuersatz und Steuerbetragentfallen komplett, die Rechnung endet mit dem Nettobetrag
Eigene KennungUSt-IdNr. oder Steuernummer des Ausstellers (§ 14 Abs. 4 UStG)
USt-IdNrn. beider ParteienPflicht bei B2B-Leistungen in andere EU-Staaten, dann Frist bis zum 15. des Folgemonats
Übrige Pflichtangabenwie bei jeder Rechnung: Parteien, Datum, Rechnungsnummer, Leistung, Leistungszeitpunkt, Entgelt
In der E-RechnungKategorie AE mit Befreiungsgrund (nicht Z), 0 %, plus USt-IdNr. oder Registernummer des Empfängers
NiemalsUmsatzsteuer ausweisen (§ 14c-Falle) oder die Leistung „steuerfrei“ nennen

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Die Theorie aus diesem Artikel erledigt der Konverter in einem Durchgang: finisma erkennt den Reverse-Charge-Hinweis auf der hochgeladenen PDF, setzt die Steuerkategorie AE mit Befreiungsgrund, übernimmt die Steuernummer aus der Fußzeile und prüft die USt-IdNr. des Empfängers, bevor die ZUGFeRD-Rechnung entsteht. Sie können hier kostenlos PDF in E-Rechnung umwandeln.

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10. Häufige Fragen zu den Reverse-Charge-Pflichtangaben

Die wichtigsten Antworten kompakt. Steuerliche Einzelfälle klärt der Steuerberater; dieser Artikel ersetzt keine Steuerberatung.

Welcher Wortlaut muss auf der Reverse-Charge-Rechnung stehen?+

§ 14a Abs. 5 UStG schreibt die Angabe „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“ vor. Die Finanzverwaltung akzeptiert auch die Formulierungen anderer EU-Amtssprachen aus Art. 226 Nr. 11a der Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie, im Englischen also „Reverse charge“. Zusätze wie der Verweis auf § 13b UStG sind erlaubt und üblich, ersetzen den Kernhinweis aber nicht.

Was passiert, wenn ich versehentlich Umsatzsteuer ausweise?+

Dann schulden Sie die ausgewiesene Steuer nach § 14c Abs. 1 UStG, obwohl eigentlich der Empfänger Steuerschuldner ist. Der Empfänger darf die falsch ausgewiesene Steuer trotzdem nicht als Vorsteuer abziehen und muss die Steuer nach § 13b zusätzlich selbst anmelden. Der Ausweg ist die Rechnungsberichtigung: korrigierte Rechnung ohne Steuerausweis ausstellen. Hat der Kunde schon brutto gezahlt, verlangt die Finanzverwaltung für die wirksame Berichtigung zusätzlich die Rückzahlung des zu viel berechneten Betrags.

Ist Reverse Charge dasselbe wie steuerfrei?+

Nein. Die Leistung bleibt steuerpflichtig, nur der Schuldner wechselt: Der Empfänger meldet die Umsatzsteuer an und führt sie ab. Deshalb ist auf der Rechnung auch keine Steuerbefreiung zu nennen. In der E-Rechnung zeigt sich der Unterschied an der Steuerkategorie: Reverse Charge ist AE, eine echte Befreiung ist E und der Nullsatz ist Z.

Gilt Reverse Charge auch für Kleinunternehmer?+

In beide Richtungen unterschiedlich. Ist der Leistende Kleinunternehmer, geht die Steuerschuld nicht über, es bleibt bei der normalen Kleinunternehmer-Rechnung. Ist der Empfänger Kleinunternehmer, schuldet er die Steuer aus der empfangenen § 13b-Leistung trotzdem und muss sie ans Finanzamt abführen, ohne sie als Vorsteuer abziehen zu können. Für Kleinunternehmer werden empfangene Reverse-Charge-Leistungen dadurch real teurer.

Brauche ich die USt-IdNr. meines Kunden auf der Rechnung?+

Auf der klassischen Rechnung für inländische Fälle wie Bauleistungen ist sie keine Pflichtangabe. Bei Dienstleistungen an Unternehmer in anderen EU-Staaten verlangt § 14a Abs. 1 UStG die USt-IdNr. beider Parteien. In der E-Rechnung nach EN 16931 braucht es bei Reverse Charge immer eine Kennung des Empfängers, auch im reinen Inlandsfall: seine USt-IdNr. oder seine Registernummer (BR-AE-02).

Reicht meine Steuernummer statt der USt-IdNr. bei Reverse Charge?+

Für Sie als Aussteller ja, sowohl auf der Rechnung (§ 14 Abs. 4 Nr. 2 UStG) als auch in der E-Rechnung (BT-32). Ausnahme sind Dienstleistungen an Unternehmer in anderen EU-Staaten, dort verlangt § 14a Abs. 1 UStG die USt-IdNr. Für den Empfänger gilt das nicht: Die E-Rechnung braucht nach BR-AE-02 seine USt-IdNr. oder seine Registernummer, eine Steuernummer reicht dort nicht.

Warum lehnt das Prüfprogramm meine E-Rechnung mit § 13b ab?+

Meist wegen einer BR-AE-Regel: fehlende USt-IdNr. des Empfängers (BR-AE-02), ein Steuersatz über 0 % (BR-AE-05), ein Steuerbetrag über 0 (BR-AE-09) oder ein fehlender Befreiungsgrund im XML (BR-AE-10). Wählt das Tool die Kategorie Z statt AE, meldet die Prüfung BR-Z-10. Die Regelnummer in der Fehlermeldung zeigt, welcher Fall vorliegt.

Bis wann muss die Reverse-Charge-Rechnung gestellt sein?+

Für Leistungen an Unternehmer in anderen EU-Staaten nach § 3a Abs. 2 UStG gilt eine harte Frist: Rechnung bis zum 15. des Folgemonats (§ 14a Abs. 1 UStG). Für inländische § 13b-Fälle gilt die allgemeine Sechs-Monats-Frist für Rechnungen zwischen Unternehmern.

Was passiert, wenn der Reverse-Charge-Hinweis auf der Rechnung fehlt?+

Die Steuerschuld geht trotzdem auf den Empfänger über, der Hinweis ist dafür keine Voraussetzung (Abschnitt 13b.14 UStAE). Auch der Vorsteuerabzug des Empfängers aus § 13b bleibt erhalten, denn er setzt keine ordnungsgemäße Rechnung voraus. Der Aussteller verletzt aber seine Rechnungspflicht aus § 14a Abs. 5 UStG und sollte eine korrigierte Rechnung nachreichen.

Ersetzt die E-Rechnung den Pflichthinweis?+

Nein, sie übersetzt ihn. Der Hinweis lebt im maschinenlesbaren Teil als Befreiungsgrund weiter, dazu kommt die Steuerkategorie AE (nicht Z, der Nullsatz verbietet einen Befreiungsgrund und reißt die Prüfregel BR-Z-10). finisma erkennt den § 13b-Hinweis beim Umwandeln automatisch und setzt Kategorie und Befreiungsgrund. Was die E-Rechnung bei Reverse Charge zusätzlich verlangt, steht im Artikel zur USt-IdNr.-Pflicht.

Quellen und weiterführende Informationen

Themen:Reverse Charge§ 13b UStGPflichtangaben§ 14c UStGBauleistungEN 16931ZUGFeRD
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