ZahlungsverkehrSEPA-FormatISO 20022

pain.001.001.09 statt pain.001.001.03: Welches SEPA-Format akzeptiert Ihre Bank noch

Michael Wilke11. August 2026Lesezeit: ca. 8 Min.

pain.001.001.09 statt pain.001.001.03 betrifft praktisch jede SEPA- Überweisung aus Buchhaltungs- oder Banking-Software wie SFirm, StarMoney Business, MultiCash oder windata. Die Deutsche Kreditwirtschaft löst das ältere Dateiformat ab, spätestens im November 2026 nehmen Banken nur noch das neue Format an. In Forenthreads sorgt vor allem die Versionszählung für Verwirrung, weil SEPA-Version und pain-Formatversion zwei unterschiedliche Nummern sind, die zusammenhängen, aber nicht identisch sind. Dieser Beitrag klärt, was pain.001.001.09 von pain.001.001.03 unterscheidet, welches Zeitfenster für die Umstellung gilt und was die neue Regel zur strukturierten Adresse tatsächlich bedeutet.

Pflicht ab: November 2026pain.001.001.03Ihre SEPA-DateiGÜLTIG AB.09Ihre Bank

1. Was sich ändert: pain.001.001.03 wird abgelöst

pain.001 ist das XML-Format, in dem SEPA-Überweisungen elektronisch bei der Bank eingereicht werden, egal ob per Online-Banking-Import oder über EBICS aus einer Buchhaltungs- oder Banking-Software. Seit Jahren ist dafür die Version pain.001.001.03 verbreitet, praktisch jedes Programm, das eine SEPA-Sammelüberweisung erzeugt, nutzt sie irgendwo im Hintergrund.

Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) hat mit pain.001.001.09 den Nachfolger festgelegt. Mehrere Sparkassen weisen auf ihren Formatabkündigungs-Seiten darauf hin, dass im November 2026 wichtige Änderungen im Zahlungsverkehr in Kraft treten und pain.001.001.03 zugunsten von pain.001.001.09 abgeschaltet wird. Das ist keine Randnotiz für Konzern-Treasury, sondern betrifft jeden Zahllauf, der heute noch im alten Format eingereicht wird.

Verwandtes Thema, andere Baustelle: Für Auslandsüberweisungen läuft parallel eine eigene Umstellung, dort löst das AXZ-Verfahren nach pain.001.001.09 das ältere DTAZV-Format ab. Details dazu stehen im Artikel DTAZV-Abschaltung 2026. Dieser Beitrag hier behandelt die alltägliche inländische SEPA-Überweisung.

2. Der Unterschied zwischen pain.001.001.03 und pain.001.001.09

Technisch ändert sich einiges, ohne dass sich am Grundprinzip etwas verschiebt. Beide Formate transportieren dieselben Kernangaben, IBAN, Betrag, Währung und Verwendungszweck. Ein sichtbarer Unterschied: Das Feld für die Bankkennung des Kreditinstituts heißt in pain.001.001.09 BICFI statt schlicht BIC. Für den Inhalt ändert das nichts, der eingetragene Wert bleibt derselbe BIC, nur die technische Feldbezeichnung im XML ist neu.

Für die Verwirrung in Foren sorgt vor allem eine zweite, parallele Zählung: Die DK versioniert ihre technische Spezifikation, die Anlage 3 des DFÜ-Abkommens, in eigenen Versionsnummern wie 3.6 oder 3.7, die nichts mit der pain-Formatversion zu tun haben, aber eng damit verknüpft sind. Version 3.6 gehört zu pain.001.001.03, Version 3.7, seit November 2023 gültig, zu pain.001.001.09. In einem Thread im offiziellen StarMoney-Forum berichtete ein Nutzer genau von diesem Fall: Die eigene Lohnsoftware verlangte plötzlich „SEPA Version 3.7", ohne dass klar war, ob die eigene Banking-Software das überhaupt liefert. Die Antwort im Forum musste erst erklären, dass sich dahinter schlicht der Wechsel von pain.001.001.03 auf pain.001.001.09 verbirgt.

Wichtig für die Einordnung: pain.001.001.09 ist kein brandneues Format. Banken bieten es seit rund zwei bis drei Jahren parallel zum alten Format an, wer eine aktuelle Software nutzt, reicht möglicherweise schon heute im neuen Format ein, ohne es bemerkt zu haben. Neu ist nur, dass das alte Format ab dem Stichtag der eigenen Bank nicht mehr angenommen wird.

3. Strukturierte Adresse: was jetzt gilt

Neben dem Formatwechsel selbst sorgt eine zweite Änderung für Fragen: die Pflicht zur strukturierten Adresse. Die Sorge, jetzt müsse jede Überweisung eine vollständig aufgeschlüsselte Empfängeradresse mit Straße, Hausnummer, Postleitzahl, Ort und Land enthalten, ist in dieser Form nicht zutreffend.

Die Entlastung: Eine Empfängeradresse bleibt bei der reinen SEPA-Inlandsüberweisung insgesamt optional, IBAN und Name des Empfängers reichen weiterhin aus. Nur wenn eine Software überhaupt eine Adresse mitschickt, verlangt das neue Format, dass darin mindestens Ort (TwnNm) und Land (Ctry) als eigene, strukturierte Felder stehen. Straße und Postleitzahl dürfen weiterhin als Freitext in bis zu zwei Adresszeilen stehen, das ist die sogenannte Hybrid-Adresse.

Betroffen sind damit vor allem Programme, die Adressdaten aus Kundenstammdaten automatisch in die Zahlungsdatei übernehmen, etwa für eine spätere Kontoauszugs-Zuordnung. Wer eine SEPA-Datei ausschließlich aus IBAN, Name und Verwendungszweck erzeugt, muss an dieser Stelle nichts ändern, weil gar keine Adresse im Spiel ist.

Bei Auslandsüberweisungen ist die Lage anders, weil dort eine Adresse ohnehin Pflichtbestandteil des Formats ist und das bisherige DTAZV-Format komplett unstrukturierten Freitext genutzt hat. Wie diese Umstellung konkret abläuft, beschreibt der Artikel DTAZV-Abschaltung 2026, eine vorhandene DTAZV-Datei lässt sich mit dem DTAZV-Konverter direkt im Browser in eine gültige AXZ-Datei umwandeln. Für die inländische SEPA-Überweisung, um die es hier geht, bleibt die Adressfrage in den allermeisten Fällen ohne praktische Auswirkung.

4. Fristen im Überblick: November 2026

Wie bei der DTAZV-Abschaltung gibt es keinen einzelnen, für alle Banken gültigen Stichtag, sondern ein Zeitfenster, für das mehrere unabhängige Quellen übereinstimmend November 2026 nennen.

QuelleAussage
Sparkassen (Formatabkündigung)November 2026, pain.001.001.03 wird zugunsten pain.001.001.09 abgeschaltet, kein exakter Tag genannt
Atruvia (Genossenschaftsbanken, u. a. GLS Bank)Konkret 14. November 2026
StarMoney (Update 3182, Februar 2026)pain.001.001.09 als Standardformat für Überweisungen per EBICS bereits freigeschaltet
SWIFT-Netzwerk (MT101-Nachfolge)14. November 2026 als globaler Cutover für ältere Zahlungsformate

Diese Übersicht ersetzt keine Auskunft Ihrer eigenen Bank oder Ihres Software-Herstellers zum genauen Termin.

Praktisch heißt das: Wenn Ihre Software noch pain.001.001.03 erzeugt, warten Sie nicht auf eine Fehlermeldung beim Einreichen. Eine kurze Nachfrage beim Hersteller oder der eigenen Bank klärt meist schnell, ob und wann ein Update nötig ist.

5. Wer betroffen ist: SFirm, StarMoney Business & Co.

Betroffen ist grundsätzlich jede Software, die SEPA-Überweisungen als pain.001-Datei erzeugt oder einliest, unabhängig davon, ob das über EBICS, eine HBCI/FinTS-Verbindung oder den klassischen Datei-Import ins Online-Banking läuft. In Forenthreads tauchen dabei immer wieder dieselben Namen auf: SFirm, StarMoney Business, MultiCash und windata.

Für zwei dieser Programme lassen sich konkrete Angaben machen. StarMoney Business nutzte in Version 3.6 noch pain.001.001.03 für Überweisungen, ab Version 3.7 ist es pain.001.001.09. Mit dem Online-Update 3182 im Februar 2026 hat StarMoney pain.001.001.09 laut eigener Update-Historie als Standardformat für Überweisungen per EBICS freigeschaltet. Bei windata lässt sich das Format über die Programmeinstellungen unter „Erfassung" manuell auf „ISO-Payment, Version pain.001.001.09" umstellen, spätestens zum Stichtag des eigenen Rechenzentrums ist das notwendig.

Für SFirm und MultiCash liegt keine ebenso konkrete, öffentlich einsehbare Versionsangabe vor. Beide Programme werden in Foren regelmäßig im selben Zusammenhang genannt, eine Nachfrage beim jeweiligen Hersteller oder direkt bei der eigenen Bank zum aktuellen Versionsstand ist hier der verlässlichere Weg als eine pauschale Aussage in diesem Beitrag.

6. So erkennen Sie das Format Ihrer Software

Der schnellste Weg, ohne Rückfrage beim Hersteller Klarheit zu bekommen, führt über die erzeugte Datei selbst. Öffnen Sie eine kürzlich erstellte SEPA-Datei in einem einfachen Texteditor, nicht in Excel oder Word.

In den ersten Zeilen steht der XML-Namensraum des Dokuments, erkennbar an einer Zeile ähnlich zu urn:iso:std:iso:20022:tech:xsd:pain.001.001.09. Steht dort stattdessen „.03" am Ende, erzeugt Ihre Software noch das alte Format. Als schnellere Orientierung genügt oft auch ein Blick auf das Feld für die Bankkennung: das Kürzel BICFI deutet auf das neue Format hin, das schlichte BIC auf das alte.

Wer stattdessen eine fertige SEPA-Datei nur in ein Banking-Programm importieren möchte, findet die üblichen Stolpersteine je Programm im Artikel SEPA-Datei importieren: SFirm, Profi cash, VR-NetWorld und GENO cash im Vergleich.

7. Checkliste: 5 Schritte zur Umstellung

Die Umstellung lässt sich in fünf überschaubaren Schritten erledigen, ohne dass ein IT-Projekt daraus wird.

1
Aktuelle SEPA-Datei prüfen

Öffnen Sie eine kürzlich erzeugte SEPA-Datei in einem Texteditor und prüfen Sie den XML-Namensraum in der ersten Zeile: pain.001.001.03 oder bereits pain.001.001.09.

2
Hersteller oder Bank nach dem Termin fragen

Fragen Sie bei Ihrer Banking-Software oder direkt bei Ihrer Bank nach dem konkreten Umstellungstermin, weil November 2026 je nach Institut leicht unterschiedliche Tage bedeutet.

3
Adressfelder in den Stammdaten kontrollieren

Prüfen Sie nur, falls Ihre Software überhaupt eine Empfängeradresse mitschickt, ob Ort und Land je Kunde eindeutig gepflegt sind.

4
Testüberweisung im neuen Format einreichen

Erzeugen Sie rechtzeitig vor dem Stichtag eine erste Testüberweisung im pain.001.001.09-Format und reichen Sie sie über Ihr gewohntes Verfahren ein.

5
Umstellung vor November 2026 abschließen

Warten Sie nicht auf eine Fehlermeldung beim Einreichen, sondern stellen Sie rechtzeitig vor dem eigenen Bankstichtag um.

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8. Häufige Fragen zu pain.001.001.09

Die wichtigsten Antworten kompakt, für alle, die schnell wissen wollen, ob und was sie an ihrer SEPA-Überweisung ändern müssen.

Was ist der Unterschied zwischen pain.001.001.03 und pain.001.001.09?+

Beide sind XML-Formate für die SEPA-Überweisung nach ISO 20022, pain.001.001.09 ist die neuere, von der Deutschen Kreditwirtschaft aktuell vorgesehene Version. Technisch ändern sich unter anderem Feldnamen, das Feld für die Bankkennung des Kreditinstituts heißt jetzt BICFI statt BIC, dazu kommen neue, optionale Felder für eine strukturierte Empfängeradresse. Inhaltlich transportieren beide Formate dieselben Kernangaben: IBAN, Betrag, Währung und Verwendungszweck.

Ab wann akzeptiert meine Bank pain.001.001.03 nicht mehr?+

Einen einzigen bundesweiten Stichtag gibt es nicht, mehrere Quellen nennen aber unabhängig voneinander November 2026 als Zeitfenster. Sparkassen kommunizieren auf ihren Formatabkündigungs-Seiten allgemein November 2026 ohne exakten Tag, das Rechenzentrum Atruvia der Genossenschaftsbanken, darunter die GLS Bank, nennt konkret den 14. November 2026. Verlässlich ist letztlich nur die Mitteilung der eigenen Bank oder des eigenen Rechenzentrums.

Muss ich jetzt eine strukturierte Adresse in jede SEPA-Überweisung eintragen?+

Nein. Eine Empfängeradresse bleibt bei der reinen SEPA-Inlandsüberweisung insgesamt optional, IBAN und Name reichen aus. Nur wenn eine Software überhaupt eine Adresse mitschickt, müssen darin künftig mindestens Ort und Land als eigene Felder stehen, die Hybrid-Form mit Straße und Postleitzahl als Freitext bleibt zulässig. Das betrifft vor allem Programme, die Adressdaten automatisch aus Kundenstammdaten mit übertragen.

Was bedeutet BICFI, und muss ich als Nutzer etwas ändern?+

BICFI ist im neuen Format nur die technische Bezeichnung für das Feld, in dem bisher der BIC des Kreditinstituts stand. Für die tägliche Nutzung ändert sich dadurch nichts, der eingetragene Wert bleibt derselbe BIC wie zuvor. Die neue Feldbezeichnung betrifft ausschließlich Software, die SEPA-Dateien selbst einliest oder erzeugt.

Welche Banking-Software ist von der Umstellung betroffen?+

Grundsätzlich jede Software, die SEPA-Überweisungen als pain.001-Datei erzeugt oder einliest, darunter SFirm, StarMoney Business, MultiCash und windata. StarMoney Business hat pain.001.001.09 laut eigener Update-Historie im Februar 2026 als Standardformat für Überweisungen per EBICS freigeschaltet, windata-Nutzer stellen das Format über die eigenen Programmeinstellungen um. Für SFirm, MultiCash und vergleichbare Programme lohnt sich eine Nachfrage beim Hersteller oder der eigenen Bank nach dem aktuellen Versionsstand.

Wie erkenne ich, welches Format meine Software gerade erzeugt?+

Öffnen Sie eine erzeugte SEPA-Datei in einem Texteditor und schauen Sie sich den XML-Namensraum in der ersten Zeile an. Steht dort pain.001.001.03, erzeugt Ihre Software noch das alte Format, bei pain.001.001.09 bereits das neue. Als schnellere Orientierung genügt oft auch ein Blick auf das Feld für die Bankkennung: BIC deutet auf das alte, BICFI auf das neue Format hin.

Erzeugt finisma bereits das neue Format?+

Ja. Die SEPA-Sammelüberweisung aus finisma nutzt bereits pain.001.001.09 mit dem Feld BICFI, unabhängig vom Umstellungstermin der Banken. Eine Empfängeradresse wird bei der Inlandsüberweisung dabei bewusst gar nicht mitgeschickt, nur IBAN und Name, sodass sich die neue Adressregel für diese Datei gar nicht stellt. Bei Auslandsüberweisungen über den DTAZV-Konverter wird die Adresse dagegen automatisch aus der Adresszeile in Ort und Land aufgeteilt, weil sie dort ohnehin Teil des Formats ist.

Was passiert, wenn ich nichts tue?+

Nach dem Stichtag der eigenen Bank oder des eigenen Rechenzentrums nimmt das Online-Banking oder EBICS-Verfahren keine pain.001.001.03-Datei mehr an. Neue Überweisungen lassen sich dann nicht mehr einreichen, bis die eigene Software oder ein Konverter eine gültige pain.001.001.09-Datei erzeugt. Bereits eingereichte und freigegebene Zahlungen sind davon nicht betroffen.

Quellen und Einordnung

Sparkassen-Formatabkündigungsseiten (u. a. Sparkasse Karlsruhe) zum Wechsel von pain.001.001.03 auf pain.001.001.09 im November 2026; VR-Kennung-Blog zur Umstellung bei Atruvia-Banken und in windata (Stichtag 14. November 2026); StarMoney-Hilfe-Center und StarMoney-Forum zum Online-Update 3182 (Februar 2026) und zur DK-Versionszählung 3.6/3.7; die Aussagen zur eigenen pain.001.001.09-Erzeugung und zur fehlenden Empfängeradresse in der Inlandsdatei basieren auf der finisma-eigenen SEPA-Erzeugung. Dieser Beitrag ersetzt keine Auskunft Ihrer eigenen Bank oder Ihres Software-Herstellers zum genauen Termin.

Themen:pain.001SEPAISO 20022BICFISFirmStarMoney BusinessZahlungsverkehr
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