Skonto in der E-Rechnung: So bleibt der Rabatt erhalten
Skonto in der E-Rechnung ist eine Falle, in die viele Umwandlungs-Tools stillschweigend tappen: ZUGFeRD und XRechnung kennen im verpflichtenden Profil kein eigenes Feld für den Zahlungsrabatt bei früher Zahlung. Wer das nicht weiß, lässt die Angabe beim Umwandeln einfach weg, und der Kunde verliert die Information, dass er 3 % sparen könnte. Dieser Artikel zeigt, wie Skonto technisch sauber und normkonform in der E-Rechnung landet.
1. Was ist Skonto, und warum ist es in der E-Rechnung ein Problem?
Skonto ist ein Preisnachlass für schnelle Zahlung: „3 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen, sonst 30 Tage netto“ ist die klassische Formulierung auf einer Papier- oder PDF-Rechnung. Für den Kunden ist das bares Geld, für den Aussteller ein Anreiz für schnellere Liquidität.
Auf einer klassischen PDF-Rechnung steht diese Angabe einfach als Text irgendwo im Fußbereich. Bei der E-Rechnung ist das anders: Dort müssen Inhalte in vorgesehene, maschinenlesbare Felder einsortiert werden. Und genau da beginnt das Problem, denn für Skonto gibt es in der Pflichtnorm kein eigenes Feld.
2. Die Lücke in EN 16931: kein eigenes Skonto-Feld
Die EN 16931, die semantische Norm hinter ZUGFeRD und XRechnung, definiert für Zahlungsbedingungen im Wesentlichen ein Freitextfeld: BT-20 (Payment terms). Ein eigenes Feld mit Prozentsatz und Frist für einen Zahlungsrabatt sieht die Norm im verpflichtenden Profil nicht vor.
Ein wirklich strukturiertes Skonto-Feld (ApplicableTradePaymentDiscountTerms mit eigenem Prozentsatz- und Fristelement) gibt es nur im ZUGFeRD-Profil EXTENDED. Das geht über die gesetzlich für die E-Rechnungspflicht ausreichende Mindestnorm hinaus und wird von vielen Empfangssystemen, insbesondere im öffentlichen Sektor, gar nicht ausgewertet oder sogar abgelehnt, weil sie strikt auf EN 16931 (BASIC/COMFORT) geprüft sind.
3. Die Lösung: die BT-20-Konvention
Für genau diesen Fall hat sich in der deutschen Praxis eine von KoSIT und dem Forum elektronische Rechnung Deutschland (FeRD) empfohlene Textkonvention durchgesetzt. Statt eines eigenen XML-Elements steht in BT-20 ein maschinenlesbarer Textbaustein nach festem Muster:
#SKONTO#TAGE=10#PROZENT=3.00#
Das bedeutet: 3 % Nachlass, wenn innerhalb von 10 Tagen gezahlt wird. Der Text steht im ohnehin vorhandenen Feld für Zahlungsbedingungen, er verletzt keine EN-16931-Struktur und keine Geschäftsregel, weil er einfach nur Text in einem Textfeld ist.
Software, die diese Konvention kennt, kann den Skonto-Abzug daraus automatisch berechnen und vorschlagen. Software, die sie nicht auswertet, zeigt den Text schlicht als normale Zahlungsbedingung an, genau wie jeden anderen Freitext auch. Das ist der entscheidende Vorteil: Die Konvention kann nichts kaputt machen, sie kann nur zusätzlichen Nutzen stiften.
4. Warum das sicher ist: Skonto ändert keine Summen
Ein wichtiger Punkt, der oft für Verwirrung sorgt: Die Summenfelder der E-Rechnung, Nettobetrag, Umsatzsteuer, Bruttobetrag, weisen immer den vollen, ungeminderten Betrag aus. Skonto ist eine bedingte, freiwillige Zahlungsoption des Käufers, keine bereits gewährte Preisminderung. Es fließt deshalb nicht in die verpflichtenden Summenfelder ein.
5. Was passiert, wenn ein Konverter das nicht kann
Viele einfache PDF-zu-ZUGFeRD-Konverter kennen dieses Problem gar nicht und lassen Skonto-Formulierungen beim Umwandeln schlicht weg, weil sie nirgends ins starre Pflichtfeld-Schema zu passen scheinen. Die entstehende Rechnung ist formal gültig, technisch einwandfrei, und trotzdem fehlt eine Information, die auf der ursprünglichen PDF-Rechnung stand.
In der Praxis bedeutet das häufig: Der Rabatt wird schlicht nicht gezogen, weil in der Buchhaltung des Empfängers nur noch die E-Rechnung ankommt, nicht mehr das ursprüngliche PDF mit dem Skonto-Hinweis im Fußbereich. Wer als Rechnungssteller Skonto anbietet, um schneller an sein Geld zu kommen, sollte diese Information also nicht auf dem Weg zur E-Rechnung verlieren.
6. Schritt für Schritt: Skonto mit finisma erhalten
finisma erkennt Skonto-Formulierungen automatisch aus dem Rechnungstext und schreibt sie normkonform als BT-20-Konvention in die erzeugte ZUGFeRD-Rechnung:
Rechnung als PDF hochladen
Laden Sie Ihre Rechnung in den finisma-Konverter. Die Rechnungsdaten werden automatisch erkannt und in strukturierte Felder nach EN 16931 überführt.
Erkannte Skonto-Angabe prüfen
finisma erkennt Formulierungen wie „3 % innerhalb von 10 Tagen“ automatisch aus dem Rechnungstext und trägt Prozentsatz und Frist in die Felder „Skonto %“ und „Skonto Tage“ ein.
Bei Bedarf korrigieren oder ergänzen
Wurde die Angabe nicht erkannt oder ist sie unvollständig, tragen Sie Prozentsatz und Frist im Prüfschritt manuell nach.
E-Rechnung erzeugen
Beim Erzeugen schreibt finisma die Skonto-Angabe als #SKONTO#TAGE=…#PROZENT=…#-Text in BT-20 (Zahlungsbedingungen) der Rechnungs-XML, ohne die Summenfelder zu berühren.
Jetzt direkt ausprobieren
PDF-Rechnung in ZUGFeRD umwandeln
Kostenlos, ohne Anmeldung. Dateien werden nach 5 Minuten automatisch gelöscht.
PDF hierher ziehen oder klicken
Nur PDF-Dateien · max. 20 MB
7. Häufige Fragen zu Skonto in der E-Rechnung
Die wichtigsten Antworten kompakt, für alle, die schnell eine Einschätzung brauchen.
Was ist Skonto?+
Skonto ist ein Preisnachlass für schnelle Zahlung: Wer eine Rechnung nicht erst zum vollen Zahlungsziel, sondern innerhalb einer kürzeren Frist begleicht, darf einen vereinbarten Prozentsatz abziehen. Typisch sind Formulierungen wie „3 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen, sonst 30 Tage netto“.
Haben ZUGFeRD und XRechnung ein eigenes Feld für Skonto?+
Nein, nicht im verpflichtenden EN-16931-Profil. Ein echtes Strukturfeld für Skonto (mit Prozentsatz und Frist als eigene XML-Elemente) gibt es nur im ZUGFeRD-Profil EXTENDED, das über die gesetzlich geforderte Mindestnorm hinausgeht und von vielen Empfangssystemen gar nicht ausgewertet wird.
Wie wird Skonto dann in der E-Rechnung abgebildet?+
Über eine von KoSIT und dem Forum elektronische Rechnung Deutschland (FeRD) empfohlene Textkonvention im Feld BT-20 (Zahlungsbedingungen): #SKONTO#TAGE=10#PROZENT=3.00# steht zum Beispiel für 3 % Nachlass bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen. Das ist maschinenlesbarer Freitext, kein eigenes XML-Element.
Ändert die Skonto-Angabe den Rechnungsbetrag?+
Nein. Die Summenfelder der E-Rechnung (Netto-, USt.- und Bruttobetrag) weisen immer den vollen, ungeminderten Betrag aus. Skonto ist eine bedingte, freiwillige Zahlungsoption und fließt nicht in die verpflichtenden Summenfelder ein. Das ist auch der Grund, warum eine falsche oder fehlende Skonto-Angabe die Rechnung nicht ungültig macht.
Erkennen Buchhaltungsprogramme die #SKONTO#-Konvention automatisch?+
Das hängt von der Software ab. Die Konvention ist eine offene Empfehlung, keine Pflicht, und wird nicht von jedem System ausgewertet. Steht sie aber korrekt in BT-20, kann jede Software, die sie kennt, den Skonto-Abzug automatisch vorschlagen. Wird sie nicht ausgewertet, liest der Mensch die Zahlungsbedingungen wie gewohnt als Text.
Was passiert, wenn ein Konverter Skonto beim Umwandeln in ZUGFeRD einfach weglässt?+
Die Rechnung bleibt formal gültig, aber die Information geht unter: Weder die Buchhaltung des Empfängers noch spätere Auswertungen sehen, dass ein Skonto-Abzug möglich war. In der Praxis heißt das oft, dass der Rabatt schlicht nicht gezogen wird, weil er im PDF zwar stand, in der E-Rechnung aber nicht mehr auftaucht.
Was ist, wenn meine Rechnung mehrere Skonto-Stufen hat?+
Manche Rechnungen bieten gestaffelte Skonti, etwa 3 % innerhalb von 8 Tagen und 1 % innerhalb von 20 Tagen. finisma übernimmt aktuell die günstigste, kürzeste Stufe. Mehrstufige Skonti vollständig strukturiert abzubilden, ist mit der BT-20-Konvention ohnehin nur eingeschränkt möglich.
Quellen und weiterführende Informationen
- Forum elektronische Rechnung Deutschland (FeRD): ZUGFeRD-Spezifikation und Praxisempfehlungen
- KoSIT: Standard XRechnung, Feldreferenz zu BT-20 (Zahlungsbedingungen)
- EN 16931-1: Semantisches Datenmodell, Feld BT-20 (Payment terms) und BT-9 (Payment due date)